Medizinisches Versorgungszentrum
 
 
 
 

Analekzem

Unter einem Analekzem versteht man eine entzündliche Rötung der Analumgebung, oft verbunden mit Juckreiz und Brennen.

Medizinisch gesehen ist ein Analekzem keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, welches auf eine anderen Störung hinweist. Da das Erscheinungsbild häufig ähnlich oder sogar identisch ist, ist neben der proktologischen Untersuchung eine genaue Anamnese entscheidend. 

Man unterscheidet vier Hauptursachen für ein Analekzem: 

  • irritativ toxisch (am häufigsten): Hier wird das Analekzem durch eine Sekretion erzeugt und unterhalten, die aus der Region selbst kommt, zwischen beiden Pobacken zu einer feuchten Kammer und letztlich zum Wundsein führt. Ursächlich hierfür können z. B. ein Hämmorrhoidalleiden, Analfisteln, Stuhlinkontinenz, vaginaler Ausfluss oder eine Urininkontinenz bei der Frau sein.

  • endogen: Hier liegt die Ursache in einer veranlagten erhöhten Bereitschaft zu nicht infektiösen Entzündungen der Haut (Atopie). Grundsätzlich handelt es sich um eine Hauterkrankung, die häufig im Zusammenhang mit z. B. Schuppenflechte oder Neurodermitis erscheint.

  • allergisches Kontaktekzem: Hier handelt es sich, wie der Name schon sagt, um eine lokale allergische Reaktion auf chemische Substanzen, mit denen die Haut in Kontakt gekommen ist und für die eine Unverträglichkeit besteht. Typische Beispiele hierfür sind Salben und Lotionen oder Feuchttücher.

  • infektiöses Analekzem: Diese seltenere Entzündung der Analumgebung ist, wie der Name schon sagt, verursacht durch eine lokale Infektion, z. B. mit einem Hautpilz (am häufigsten Candida albicans) oder noch seltener Bakterien. Bei Verdacht auf eine solche Infektion erfolgt ein Abstrich von der perianalen Haut, der zur mikrobiologischen Untersuchung eingeschickt wird.

Die Behandlung eines Analekzems besteht demnach logischerweise in der Behandlung des zugrunde liegenden Problems. Das beinhaltet beispielsweise die Behandlung eines Hämorrhoidalleidens oder die Sanierung von Analfisteln. Beim endogenen Ekzem kommen kurzzeitig Salben mit Kortison oder kortisonähnlichen Wirkstoffen zum Einsatz, während es beim allergischen Ekzem darum geht, die entsprechende Substanz herauszufinden und für die Zukunft zu vermeiden.

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