Die Gallenblase ist ein kleines, birnenförmiges Organ unterhalb der Leber. Sie speichert die Galle, die für die Fettverdauung im Dünndarm benötigt wird. Probleme entstehen vor allem durch Gallensteine, die den Abfluss der Gallenflüssigkeit blockieren können.

Typische Beschwerden bei Gallensteinen

  • Plötzliche, kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch
  • Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl nach fettreichen Mahlzeiten
  • Schmerzen, die bis in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen können
  • Bei Gallengangssteinen: Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht)

Nicht alle Gallensteine machen sofort Beschwerden. Doch wenn Symptome auftreten, besteht die Gefahr von Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis) oder einer Gallengangsentzündung (Cholangitis) – beides akute Krankheitsbilder, die ärztlich behandelt werden müssen.

Diagnosemöglichkeiten

  • Ultraschall (Sonografie): Standardverfahren, um Steine und Entzündungen sichtbar zu machen.
  • Laborwerte: Hinweise auf Entzündungen oder Gallenstau.
  • MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie): Bildgebung der Gallengänge ohne Eingriff.
  • ERCP (Endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikografie): Kombination aus Endoskopie und Röntgen zur Darstellung und gleichzeitigen Behandlung von Gallengangssteinen.

Moderne Verfahren der Behandlung

1. Minimalinvasive Entfernung der Gallenblase (laparoskopische Cholezystektomie)

  • Standardverfahren bei wiederkehrenden Beschwerden oder Komplikationen.
  • Über kleine Hautschnitte (Schlüssellochchirurgie) wird die Gallenblase vollständig entfernt.
  • Vorteile: geringe Narbenbildung, weniger Schmerzen, schnelle Erholung.

2. Endoskopische Entfernung von Gallengangssteinen (ERCP)

  • Spezielles Endoskop wird über Mund, Magen und Zwölffingerdarm bis zu den Gallengängen vorgeschoben.
  • Steine können direkt entfernt oder zertrümmert werden.
  • Oft in Kombination mit einer laparoskopischen OP.

3. Moderne chirurgische Techniken

  • Nutzung hochauflösender Kamerasysteme und feinster Instrumente.
  • Teilweise Einsatz von 3D-Visualisierung oder roboterassistierter Chirurgie bei komplexen Fällen.

Nach der Operation

  • Der Körper kann auch ohne Gallenblase gut mit der Fettverdauung umgehen.
  • In den ersten Wochen empfiehlt sich eine leichte, fettarme Ernährung.
  • Schon wenige Tage nach einer laparoskopischen OP sind die meisten Patienten wieder mobil.

Fazit

Moderne Verfahren in der Gallenblasen- und Gallengangschirurgie ermöglichen eine schonende Behandlung mit schneller Genesung. Wichtig ist, bei typischen Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen, um Komplikationen zu vermeiden.